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Weiterbildung

Teilzeitstudium in der Schweiz: Formen, Dauer und Zulassung

An der Universität Zürich ist das Teilzeitstudium kein eigenes Studienmodell, sondern eine Form individueller Studiengestaltung: Man belegt pro Semester weniger Module – also weniger Vorlesungen und…

Teilzeitstudium in der Schweiz: individuelle Studiengestaltung statt eigenes Studienmodell

An der Universität Zürich ist das Teilzeitstudium kein eigenes Studienmodell, sondern eine Form individueller Studiengestaltung: Man belegt pro Semester weniger Module – also weniger Vorlesungen und Kurse – als in Vollzeit. Eine Meldung ist nicht nötig, das Pensum lässt sich semesterweise an die Lebenssituation anpassen. Bachelor und Master sind in den meisten Fällen in Voll- oder Teilzeit möglich.

Die Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Luzern handhabt es gleich: Alle Studiengänge lassen sich in Voll- oder Teilzeit studieren, ohne Anmeldung bei der Immatrikulation oder später. In Teilzeit belegen Studierende weniger Lehrveranstaltungen pro Semester und reichen weniger schriftliche Arbeiten ein, was Raum für Erwerbsarbeit, private Betreuungsaufgaben oder anderes schafft. An der ZHAW richtet sich das Teilzeitstudium an Personen, die bereits im Berufsleben verankert sind, familiäre Verpflichtungen haben oder ihr Studium mit einer Arbeitstätigkeit finanzieren wollen.

Die konkreten Möglichkeiten und Regelungen unterscheiden sich je nach Studienprogramm und Fakultät – etwa bei der verlängerten Studiendauer oder der Gültigkeit erworbener ECTS-Punkte. Die UZH empfiehlt deshalb, sich frühzeitig an die Beratungsstelle der eigenen Fakultät zu wenden.

Formen: Präsenzteilzeit, berufsbegleitend, Fernstudium und Wechsel zwischen Vollzeit und Teilzeit

Zu unterscheiden sind Teilzeitstudien an Universitäten, bei denen die Studierenden ihr Pensum selbst und ohne Meldung festlegen (UZH, Universität Luzern), von berufsbegleitenden Modellen an Fachhochschulen mit vorgegebenem Stundenplan. An der ZHAW studieren Teilzeitstudierende in Winterthur während mindestens acht Semestern an zwei Tagen und einem Abend pro Woche; am Abendunterricht ist die digitale Teilnahme möglich. Für das Teilzeitstudium Informatik am Standort Zürich gilt ein anderes Unterrichtsmodell: Der kompakte Stundenplan lässt drei aufeinanderfolgende Werktage für die berufliche Tätigkeit frei. Im Bachelorstudium Informatik der Hochschule Luzern dauert das Teilzeitstudium acht Semester, die Unterrichtstage sind in der Regel wählbar.

Vollzeit- und Teilzeitpensum lassen sich verbinden: An der UZH kann ein Studium im Teilzeitmodell begonnen und im Vollzeitstudium abgeschlossen werden, an der ZHAW ist der Wechsel ins Vollzeitstudium jeweils zu Semesterbeginn möglich. An der Universität Luzern entscheiden die Studierenden von Semester zu Semester neu, ob sie in Voll- oder Teilzeit studieren.

Eine weitere Form ist das Fernstudium, etwa an der FernUni Schweiz. Eine Sonderform mit festen Präsenzzeiten bietet die Universität Freiburg mit dem Bachelor of Law im Teilzeitstudium: Der Präsenzunterricht ist auf zwei Wochentage konzentriert – pro Fach finden entweder die Vorlesungen oder die Übungen an diesen zwei Tagen statt –, die Inhalte der übrigen Lehrveranstaltungen sind im Selbststudium zu erarbeiten. Das Studium ist nach Jahresschwerpunkten aufgebaut.

Dauer und Arbeitsaufwand: Verlängerung ist die Regel, nicht die Ausnahme

Die Studiendauer hängt direkt vom gewählten Pensum ab. An der ZHAW dauert das Bachelorstudium im Vollzeitmodell sechs Semester, im Teilzeitmodell mindestens acht. Im Bachelorstudium Informatik der Hochschule Luzern dauert das Teilzeitstudium acht Semester, was vier Jahren entspricht. Der Bachelor of Law im Teilzeitstudium an der Universität Freiburg ist auf vier Jahre angelegt.

An der Universität Luzern umfasst der Bachelor 180 Credits bei einer Regelstudienzeit von sechs Semestern, der Master 120 Credits bei vier Semestern. Rein rechnerisch sind in einem Vollzeitstudium 30 Credits pro Semester zu erwerben; da ein Credit 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand entspricht, ergibt das rund 900 Stunden pro Semester.

Dass sich das Studium in Teilzeit verlängert, ist die Regel. An der UZH ist die Verlängerung der Studiendauer in den meisten Fällen kein Problem. Zu beachten ist allerdings, dass die Studiengebühren in der Regel nach 12 Semestern pro Studienstufe verdoppelt werden.

Zulassung: gleiche Voraussetzungen wie im Vollzeitstudium, aber je nach Hochschule unterschiedlich

Für ein Bachelorstudium an der FernUni Schweiz wird eine gymnasiale Maturität gemäss Zulassungsreglement oder ein als gleichwertig anerkanntes Diplom verlangt; für ausländische Bildungsnachweise gilt Abschnitt A2 der Ausführungsbestimmungen. Ebenfalls zugelassen sind Inhaberinnen und Inhaber eines Bachelors einer schweizerischen Fachhochschule mit 180 ECTS-Punkten. Eine Berufsmaturität oder Fachmaturität genügt nur zusammen mit der Ergänzungsprüfung «Passerelle Berufsmaturität/Fachmaturität – universitäre Hochschulen». Ein Abschluss einer Höheren Fachschule (HF) allein erfüllt die Zulassungsbedingungen nicht, ebenso wenig eine Berufs- oder Fachmaturität ohne Passerelle. Wer das Programm 25+ erfolgreich absolviert hat, kann ebenfalls zum Bachelor zugelassen werden.

An der Universität Freiburg berechtigen schweizerische oder schweizerisch anerkannte Vorbildungsausweise zur Zulassung zum Bachelorstudium; das Teilzeitstudium ist dort also keine eigene Zulassungskategorie. Generell richten sich die Zulassungsbedingungen nach Studiengang und Hochschule, nicht nach dem gewählten Pensum.

Für früher erworbene ECTS-Punkte lässt sich bei der FernUni Schweiz im Rahmen der Online-Einschreibung ein Antrag auf Äquivalenz stellen – nicht aber, wenn das Studium bereits begonnen hat. Berücksichtigt werden nur Punkte aus den letzten fünf Jahren, die stufengerecht sind und nicht bereits zu einem Bachelor- oder Masterabschluss geführt haben; mindestens zwei Drittel der für den Abschluss erforderlichen ECTS-Punkte müssen an der FernUni Schweiz selbst erlangt worden sein. Wer an einer anderen Universität in derselben Studienrichtung definitiv ausgeschlossen wurde, kann sich in dieser Richtung nicht einschreiben, in einer anderen Studienrichtung hingegen schon. Eine Doppelimmatrikulation in derselben Studienrichtung ist nicht möglich.

Für den Master ist ein einschlägiger Bachelor Voraussetzung; die Universität Freiburg hält fest, dass der Bachelor of Law den Weg ins Masterprogramm öffnet.

Vor der Wahl: Planung, Selbststudium und Finanzierung

Vor der Wahl lohnt sich ein Blick auf Präsenz- und Selbststudienanteile. Im Bachelor of Law im Teilzeitstudium an der Universität Freiburg macht das Selbststudium einen grossen Teil aus, bei nur zwei Präsenztagen pro Woche. An der Universität Luzern ist die Präsenzzeit in den Lehrveranstaltungen nur ein geringer Teil des Arbeitsaufwandes; für Selbststudium und Gruppenarbeiten ist entsprechend Zeit einzurechnen.

Zu prüfen sind auch Prüfungsphasen und schriftliche Arbeiten: An der Universität Luzern finden die Vorlesungsprüfungen Ende Dezember/Anfang Januar und Ende Mai/Anfang Juni statt, und das Verfassen der schriftlichen Arbeiten legen die meisten Studierenden in die vorlesungsfreie Zeit.

Beim Arbeitspensum empfiehlt die ZHAW maximal 60 Prozent während der Unterrichtszeit. Die UZH rät, die finanziellen Auswirkungen eines Teilzeitstudiums frühzeitig zu prüfen: Stipendien werden zeitlich befristet zugesprochen, und eine Erwerbsarbeit kann gegen Ende des Studiums je nach Studienplanung nicht mehr möglich sein. Auskünfte dazu gibt die Fachstelle Studienfinanzierung.

Zeitlicher Ablauf der Prüfungsphasen (Universität Luzern)

Vorlesungsprüfungen
Ende Dezember / Anfang Januar und Ende Mai / Anfang Juni
Schriftliche Arbeiten
Meist in der vorlesungsfreien Zeit geplant

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